Förderverein für den Erhalt
der Clausthaler Holzkirche

Schäden und Sanierung
der Kirche

Jubiläumsjahr 2017: 500 Jahre Reformation
375 Jahre Marktkirche Zum heiligen Geist in Clausthal

 
Diese Seite beschreibt die Schäden im Jahre 2002, die zur Renovierung führten, und die Verschlimmerung des Turmes im Jahre 2006. Die großen Fortschritte der Renovierung stehen auf der Seite Nachrichten. Der Rückbau und der Neuaufbau des Glockenturmes ist in dem von Herrn Professor Dr. habil. Friedrich Balck verfaßten Heft Clausthaler Marktkirche · Sanierung des Glockenturms 2008 dokumentiert.

Schäden der Kirche

ine Schadensuntersuchung und Bewertung vorhandener Bauschäden an der Marktkirche zum Heiligen Geist liegt vor. Der Kirchenvorstand und das Amt für Bau- und Kunstpflege in Hildesheim gaben sie in Auftrag, nachdem bereits umfangreiche Feuchtigkeitsschäden erkennbar wurden. Diese Schäden sind sicht­bar bei der Orgel, an der Schalung innen und im Dach. Allen Balken des Fachwerkes wurden Proben entnommen, so dass auch noch nicht sichtbare Schäden der Konstruktion erfasst wurden.

Schäden

  • Das mit Walzblei gedeckte Dach ist undicht, obwohl Blei gut und dauerhaft ist. Fachliche Mängel bei der Eindeckung 1981 verursachten die Schäden. Fachliche Mängel bedeuten in diesem Fall, dass die damals gültigen Verarbeitungsrichtlinien heute als falsch betrachtet werden, aber auch liederliche Ausführung. Frühere not­dürftige Reparaturen verschlimmerten die Undichtigkeiten; seitdem fault der Dachstuhl.
  • Die Eichenschwellen liegen unbelüftet ohne Trennschicht unmittelbar auf dem Fundament aus Harzer Grauwacke. Mehr als 60 % der Eichenschwellen sind verfault. Wasserstau und Unterspülungen brachen das Fundament. Dadurch sanken Eckpfosten ab, so dass das Fachwerk verformt wurde und die Statik beein­trächtigt ist. Der Giebel droht einzustürzen.
  • Die Außenschalungen sind stark abgesackt und verformt durch statische Mängel.
  • Ähnliche Ursachen und Schäden betreffen auch die Türme. Die großen Glocken dürfen nicht mehr läuten, um dem Fachwerk durch Schwingungen nicht weiter zu schaden.
  • Die Orgel ist vermodert und verrostet. Sie kann nicht mehr repariert werden.

Folgerung

Die Schäden sind so schwerwiegend, dass sie keinen Verzug der Instandsetzung der Kirche erlauben.

Massnahmen

  • Das Dach muss neu eingedeckt werden. Dafür soll wieder Walzblei verwandt werden. Heute gelten neue Verarbeitungsrichtlinien, die auf Grund mehrerer Schadens­fälle seit 1986 mehrfach überarbeitet wurden.
  • Der Austausch der verfaulten Schwellen und Arbeiten am Fundament sind not­wendig. Dafür muss das Bauwerk umfangreich abgestützt werden.
  • Die verfaulten Balken des Dachstuhles müssen ausgewechselt werden. Zahlreiche Einzelheiten bedürfen der Erneuerung, zum Beispiel alle Dachgauben.
  • Die vollständige Erneuerung der Außenschalung ist erforderlich.
  • Die Orgel muss durch eine neue ersetzt werden.

Die Arbeiten können witterungs- und baustellenbedingt nur in einzel­nen Abschnit­ten ausgeführt werden. Dieses kommt der Finanzierungsmöglichkeit entgegen. Schätzun­gen im August 2002 ergaben vier Abschnitte zu je 2½ Mio. €. Die Arbeit am ersten Abschnitt wurde am 16. Juli 2004 begonnen (siehe Nachrichten).

Notabstützung des schiefen Turmes von Clausthal

Aus Sicherheitserwägungen hat das Ingenieur­büro Götz und Ilsemann das Anlegen von Schwung­steifen dringend empfohlen. Am 25. September und 6. Oktober 2006 wurden jeweils zwei Baumstämme als Stützen an der Süd- und der Westseite des Turmes aufgestellt. Das Echo in der überregionalen Presse war groß.

Gründe: Die Holzständer in der Turmhaube drehen sich, so dass der Turm sich um 17° nach Südwesten neigt. Vermutlich wurde dieser Feh­ler vor dem Sanierungsbeginn durch andere Feh­ler im Kirchenschiff teilweise ausgeglichen, so dass heute durch die Stabilisierung im Kirchen­schiff der Fehler im Turm sich auswirkt und zur Eile drängt.

Am 4. Oktober 2006 wurde die zweite große Glocke stillgelegt. Grund: Die zweite Glocke ist unter anderem am Schlagring geschwächt, so dass ihre Schwingungen auf den Turm übertragen werden. Ursprüng­lich hing das Geläut in einem eigenen Gerüst, das nicht mit dem Turmfachwerk verbunden war, so dass die Schwingungen nicht übertragen wurden. Aus heute nicht verständlichen Gründen (Gedankenlosigkeit?) wurden bei Reparaturen im 19. Jahr­hundert beide Konstruktionen verbunden. Näheres siehe in der Beschreibung der Kirche, Abschnitt Zeittafel zur Turmgeschichte.

Die Sanierung des Turmes drängt; aber sie kann nur in einem Finanzierungs­abschnitt erfolgen. 1,95 Millionen Euro sind nötig. Weil soviel Geld für 2007 nicht zusätzlich bereitsteht (siehe Zeitplan unten), bemüht sich der Kirchen­vorstand darum, das Geld für 2008 zusammenzutragen. Bitte helfen Sie mit!

Siehe auch Nachrichten.

Sanierungszeitplan

 
2001 — Kosten 76.484,03 €
Statische Notsicherung des Treppenturmes 1 an der Südseite. Der bleigedeckte Giebel drohte auf den Gehweg zu stürzen.
 
2002 — Kosten 224.380,37 € (Landeskirche Hannovers, Klosterkammer, Kirchen­gemeinde Clausthal)
Vollständige Sanierung des Treppenturmes 1 und teilweise der angrenzenden Bereiche.
 
2003–2004 — Kosten 16.000 € (Spende der Firma Sympatec)
Erneuerung der ersten Grauwacke-Treppe an der Südseite nach geschichtlichen Vorgaben.
 
2004 — Kosten 24.000 € (Landeskirche Hannovers)
Notsicherung des Laternenbodens am westlichen Glockenturm. Fünf der acht Stiele waren durch eindringendes Regenwasser angefault und nicht mehr tragfest.
 
2004 — Kosten 536,939,46 € (Landeskirche Hannovers, Klosterkammer, Kirchen­kreis Clausthal-Zellerfeld, Kirchengemeinde Clausthal mit Förderverein 128.000 €)
Beginn des Bauabschnittes 1, Finanzierungsabschnitt 1 (1.1): Erster nördlicher Fassadenabschnitt und nordöstlicher Treppenturm, Ostgiebel (Altarseite mit Orgel).
 
2005 — Kosten 788.841,51 € (Landeskirche Hannovers, Klosterkammer, Land Nie­dersachsen, Niedersächsische Lottostiftung, Stiftung Kirchenbau, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Kirchengemeinde mit Förderverein 150.000 €)
Bauabschnitt 1.2: Teil der südlichen Fassade mit Fenstern und Dachabschnitt zwischen Treppenturm 1 und der Ostseite, unterer Teil des Daches auf der Nord­seite.
 
2006 — Kosten 830.000 € (Bundesrepublik Deutschland 200.000 €, Land Nieder­sachsen 200.000 €, Landeskirche Hannovers 200.000 €, Klosterkammer Hannover 100.000 €, Stiftung Kirchenbau 30.000 €, Deutsche Stiftung Denkmalschutz 50.000 €, Kirchengemeinde Clausthal mit Förderverein 50.000 €)
Bauabschnitt 1.3: restlicher Dachabschnitt zwischen den Treppentürmen 5 und 4, Treppenturm 4 (mit Versorgungsleitungen, Brandschutz, Rauchmelder für die gesamte Kirche usw.), Fassade zwischen den Treppentürmen 4 und 3 (Berghaupt­mannsloge) mit verschiedenen Fenstern und Türen, dritter Anstrich des Bau­abschnittes 1.2.
 
2006 September — Kosten 20.000 €
Notabstützung des Glockenturmes, Dauerüberwachung seiner Neigung und der Drehung der Haube
 
2007 — Kosten 430.000 € (Bundesrepublik Deutschland, Land Niedersachsen, Deutsche Stiftung Denkmalschutz)
Treppenturm 2 an der Südseite, Eingang
 
2008 — Kosten 2.450.000 €
Glockenturm. Im Januar Abbau der Haube und des Turmkörpers, Transport in eine Werkstatt. Bis Mai Wiederherstellung des Glockengerüstes und des Turm­gerüstes, auch nach heutigen Erkenntnissen unter Verwendung des noch gesunden Materials. Bis September Wiederaufbau des Turmes.
 
2009 — Kosten 1.610.000 €
Uhrenturm mit Gauben und umgebendes Dach. Wiederherstellung der ursprünglichen Fensterzahl und -form (12 Apostel).
 
2010–11 — Kosten 1.590.000 €
Sanierung des Daches und der Gauben. Kleines Dach zwischen den Treppenhäusern 3 und 4 (Berghauptmannsloge). Treppenhaus 3 (Haupteingang).
 
2011–12
Beginn der Innensanierung: Vollständige Erneuerung der Elektroinstallation und Lampen
 
2012–13
Letzter Schritt der Außensanierung: Farbanstrich der Fassade
 
22. September 2013
Feier zum Abschluss der Renovierung

Stand 29. Juni 2016 · Diese Netzseiten werden nicht durch Spenden bezahlt.